Semester- und Osterferienbetreuung – Klarstellung der Marktgemeinde Königstetten
In den vergangenen Tagen sind an Vertreter des Gemeinderates diverse Fragestellungen zum Thema der Ferienbetreuung der Marktgemeinde Königstetten in den Semester- und Osterferien herangetragen worden. Daher möchte ich als Bürgermeister die wichtigsten Punkte zusammenfassend darstellen. Vor allem den Vorwurf, die Gemeinde würde sich an der Ferienbetreuung bereichern, möchte ich so nicht stehen lassen:
Die Ferienbetreuung ist seit 2019 ein freiwilliges Zusatzangebot der Gemeinde
Sehr viele Gemeinden bieten in den Semester- und Osterferien überhaupt keine Betreuung an. Wir standen aufgrund der Haushaltskonsolidierung vor der Frage, ob wir das Angebot auflassen oder weiterführen – wir haben uns für die Weiterführung mit veränderten Rahmenbedingungen entschieden, ein Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Angebot für Familien. Die Modalitäten dazu wurden in der Gemeinderatssitzung im Juni 2025 einstimmig beschlossen.
Die Preisumstellung auf einen Wochentarif von 195 Euro pro Kind dient ausschließlich der besseren Kostendeckung
Auch der Betrag von 195 Euro deckt die tatsächlichen Aufwendungen bei einer Mindestanzahl von 15 Kindern nicht. Die Kosten für Personal, Energiekosten, Organisation, Reinigung etc. liegen darüber. Die Gemeinde trägt daher weiterhin einen finanziellen Anteil an dieser Ferienbetreuung.
Die Änderung wurde notwendig, um das Angebot überhaupt erhalten zu können
Buchungen einzelner Tage führten in der Vergangenheit zu unplanbaren Personaleinsätzen und hohen Mehrkosten. Ein einheitlicher Wochentarif stellt sicher, dass die Betreuung weiterhin möglich bleibt. Die Öffnungszeiten in den Semester- und Osterferien haben wir mit 7 bis max. 17 Uhr beschlossen. Das Anbieten von maßgeschneiderten, individuellen Lösungen ist derzeit aber leider nicht möglich.
Die Gemeinde erzielt keinerlei Gewinn
Weder jetzt noch jemals zuvor wurde mit der Ferienbetreuung Geld erwirtschaftet. Jeder Euro fließt direkt in die Deckung der laufenden Kosten. Die im Raum stehende Behauptung einer „Bereicherung“ entbehrt daher meiner Ansicht nach jeder Grundlage. Die Tarifumstellung ist eine organisatorische und wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen – nicht mehr und nicht weniger.
Als Bürgermeister trage ich Verantwortung für das Ganze – für alle Bürgerinnen und Bürger, für die finanzielle Stabilität der Gemeinde und für eine faire Balance zwischen Service und Leistbarkeit.
Gleichzeitig ist mir bewusst, dass es nicht nur für die Gemeinde, sondern für viele Menschen derzeit finanziell und organisatorisch anspruchsvolle Zeiten sind. Genau deshalb arbeiten wir laufend daran, Angebote wie die freiwillige Ferienbetreuung trotz steigender Kosten zu erhalten und so gut wie möglich zugänglich zu machen.
In Königstetten leben wir nicht nebeneinander her, sondern miteinander. Danke an alle, die sich trotz der schwierigen Thematik konstruktiv einbringen, Fragen stellen und mir mitteilen, wo gerade der Schuh drückt. Es war mir daher wichtig, die Tatsachen zu diesem Thema auf den Tisch zu bringen.
Ihr Bürgermeister
Ronald Gutscher